Mittwoch, Februar 22, 2006

,,Auf den Küchenboden kacken..."

Ich habe gerade einen sehr guten Artikel über Michel Houellebecq (ha, ich kann ihn schreiben...) gelesen und kann es nicht lassen, die besten Zeilen daraus hier zu zitieren. Nancy Huston zieht folgendes Fazit: ,,Wir haben es hier mit postpubertärem Hokuspokus zu tun. Eingelullt von den hohen pseudowissenschaftlichen Gedankenflügen Michel Houellebecqs, fühlen sich die Leser intelligent, überlegen, ja revolutionär, so dass sie sich dann von den krassen Passagen reinster Provokation schockieren und erregen lassen können - ganz wie ein vierjähriges Kind, das Schimpfwörter sagt."

Ich muss sagen, dass ich ,,Elementarteilchen" ganz anders gelesen habe. Ich habe zunächst nicht geglaubt, dass Houellebecq die stumpfe Provokation gepaart mit depressiver Dekadenz ernst meinen kann. Ich habe es als extremes Gegenbild, als abschreckendes Beispiel und damit indirekt als Lebensbejahung gelesen. Ich gebe zu, dafür muss frau auch ganz schön um die Ecke denken.

Huston vergleicht Houellebecqs Hinterlassenschaften mit ,,der-Lehrerin-den-Hintern-zeigen, in-die-Suppe-spucken, auf-den-Küchenboden-kacken, auf-seine-Mutter-masturbieren und sich die-Hände-in-der Salatschlüssel-waschen."

Bücher sind ja meist besser, als die dazu gehörigen Filme. Das Buch ist nicht unbedingt erquicklich. Wie gut, dass ich ,,Elementarteilchen" gelesen habe, dann muss ich den Film nicht mehr ansehen...

Ach ja, zum Schluss noch ein nettes Zitat von dem freundlichen Franzosen: "Für mich waren Feministinnen immer liebenswerte Fotzen". Das dazu.

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