Ich habe mich damit abgefunden, dass die Psychologie an dieser Uni als Naturwissenschaft aufgefasst wird, obwohl das Institut zur philosophischen Fakultät gehört.
Ich habe angefangen Biologie zu mögen.
Ich habe mich dennoch damit abgefunden, dass die Biopsychologie hier weder etwas mit Biologie, noch mit Psychologie zu tun hat, sondern ein Deckname für Physik ist.
Ich habe mich auch damit abgefunden, dass Vorlesungen, insbesondere jene, Zeitverschwendung sind, könnte man doch in der Zeit viel mehr lernen, würde man einfach im Lehrbuch herumlesen.
Ich habe mich auch damit abgefunden, dass ein Professor, dessen Seite formelnsindfreunde.de heißt, und der ein verhinderter Physiker ist, Fragen gleich als Angriff auf seinen Selbstwert auffasst.
Jetzt ein kleiner Gedankensprung:
Androzentrismus wirkt meistens unsinng, besonders aus der Perspektive einer Frau.
Androzentrismus wirkt geradezu lächerlich, wenn er in Sätzen auftaucht, die an ein zu 95% weibliches Publikum (der Biopsychologie-Vorlesung) gerichtet sind. "Wenn Sie mit Ihrer Freundin an einem See sitzen und ihr etwas Romantisches sagen wollen..."
Der Prof scheint die Realitäten noch nicht ganz erfasst zu haben, ganz zu schweigen von dem Vorhandensein dämlicher Klischees in seinen Gedanken.
Die Sache ist aber noch zu toppen. Normalerweise wird das Purkinje-Phänomen (rote Gegenstände scheinen bei Tageslicht heller zu sein als blaue, bei wenig Licht ist es umgekehrt) mit einer Zeichnung von zwei verschieden farbigen Blumen demonstriert. Aber wenn Formeln schon Freunde sind (und die haben nun mal leider keine Brüste), kann man stattdessen natürlich auch ein Foto einer Frau in blauer Unterwäsche auf rotem Hintergrund nehmen. "Besonders für die Herren unter Ihnen!"
Um den Bogen zurück zu schlagen: Damit habe ich mich bisher nicht abgefunden.
Mittwoch, Juni 06, 2007
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